In der Auseinandersetzung um die sich ausweitenden Kostendimensionen der Mainzelbahn greift die Sichtweise des Pressesprechers der Stadtwerke zu kurz, beanstandet die Stadtratsfraktion Freie Wähler-Gemeinschaft. Die Mehrkosten dürfen nicht schöngerechnet werden. Es ist keineswegs sicher, dass diese von Land und Bund gefördert werden oder dass die neue Bahn scharenweise Kunden anlocken wird, die bisher Busse gemieden und das eigene Auto bevorzugt haben. Es wird weitestgehend nur eine Verschiebung zwischen den Verkehrsträgern geben, vor allem durch den Wegfall einiger bewährter Buslinien. Wenn die Zahl der Fahrgäste dennoch zunehmen wird, ist das erfreulich, aber nicht das Verdienst der reichlich verknoteten neuen Verbindung. Im Ergebnis bleiben die Mehrkosten beim Bürger hängen, egal ob über Fahrpreise oder über steuerfinanzierte Zuschüsse. „Höhere Kosten erfordern Mehreinnahmen oder Leistungskürzungen“, legt Stadtrat Mehler den Finger in Wunde. Offen bleiben kann die Frage, ob das Stadion einen Wirtschaftsfaktor darstellt. Jedenfalls hat Frau Eder inzwischen eingelenkt und einen bisher vermiedenen Haltepunkt in Aussicht gestellt. Dieses Eingeständnis fördert die Mutmaßung, dass das Stadion die Hauptmotivation für den Bau der Bahn war