Eine Anfrage der Freien – Wähler Gemeinschaft im Mainzer Stadtrat hat ergeben, dass die Stadtverwaltung seit 2015 zusammen 676. 476 Euro für externe Gutachten gezahlt hat. Dazu äußern sich die Stadtratsmitglieder der Freien Wähler – Gemeinschaft (FW-G):

„Die Stadtverwaltung kauft sich ihre Expertise teuer ein. Der Grund ist fehlendes Fachwissen in der eigenen Verwaltung und offensichtlich fehlendes Personal. Diese gängige Praxis ist an einigen Stellen sinnvoll, an anderen aber auch fragwürdig“, so Kurt Mehler, Fraktionsvorsitzender der FW-G. „Bei manchen Problemstellungen reichen punktuelle Beratungsleistungen nicht aus, da braucht es eine dauerhafte, hausinterne Expertise. Die Zukunft der E-Mobilität zum Beispiel ist eine Herausforderung, die die Verwaltung zur Chefsache machen und wofür sie dringend eigene Stellen schaffen muss.“

Unter anderem bei Themen wie Verkehrssicherheit, Kinderbetreuung oder Immobilienmanagement hat die Stadt seit 2015 insgesamt acht Untersuchungen bei externen Beraterbüros in Auftrag gegeben. Sechs davon hatten einen Auftragswert zwischen achtzig- und hunderttausend Euro. Dabei handelt es sich beispielsweise um Elternbefragungen zur Verkehrssicherheit an Mainzer Grundschulen oder auch um sogenannte Organisationsuntersuchungen, bei der Strukturen und Prozesse von städtischen Behörden geprüft und hinsichtlich bestimmter Aufgaben optimiert werden.

„Wir begrüßen, dass das Stadtplanungsamt unter die Lupe genommen wurde, damit das Mainzer Infrastrukturmanagement runder läuft“, erklärt Claus Berndroth. „Aber gleichzeitig fragen wir uns auch, warum dafür kein einziges rheinland-pfälzisches Beratungsbüro beauftragt wurde. Wir haben genug Fachleute vor der eigenen Haustür.“


Bildrechte: netzfreude.de / Adobe Stock